Windverhältnisse am Epple

1.  Geographische Lage

Hier kommen zunächst die harten Fakten zur Lage des Sees und dessen Umfeld, die aus amtlichen standardisierten Messverfahren stammen (Quellen: DWD und Bundesamt für Kartographie und Geodäsie). Es ist notwendig, die Lage und Struktur der Umgebung zu kennen, um die möglichen Windverhältnisse auf dem See einschätzen zu können.

Daher hier die Lagebeurteilung, als Bild gezeigt  in den Ansichten: Nord bis Süd und West bis Ost. Hier als Iframe (Quelle: Geoportal Baden Württemberg) mit einer Überlagerung der Karte des Höhenreliefs. Die Seehöhe beträgt NHN= 106m (frisch vermessen), die der gesamten Umgebung des Sees hat ein NHN= 116m. Das heißt, die Seeoberfläche liegt immer mindestens 10m unter der unmittelbaren Umgebung!



2. Windsituationen am Epple

Nun zeige ich hier die möglichen Messmethoden und stelle die Messwerte der anderen Stationen in der nähe des Sees vor.

Wie misst man die Windgeschwindigkeit? Ein altes Verfahren war mit einem Windsack (ein Ring waagerecht ca. 2Bft und heute noch Pflicht bei Flughafen jeder Art), aber heute haben sich zwei Verfahren durchgesetzt: die Löffel- Methode und die Ultraschall- Methode (jaja, es gibt auch noch die Feuchte-Finger-im-Wind also Thermo- Methode, ist aber bei  großen Luftbewegungen nicht relevant sowie Staurohr-Methode nach Prandtl).

Die Löffel-Methode (3 Schalenradanemometer): Perfekt und sehr genau für semi- professionelle Stationen, also gute Wahl für unsere Windmessung am See. Aber eben nicht Hurrikan- und Taifun-stabil, auch störanfällig bei Schnee und Eisregen!

Die Ultraschall Methode: eine sehr genaue physikalische Methode, wenn alle anderen Parameter (Luftdruck und Temperatur) auch sehr genau mit gemessen werden; das ist bei Profi-Stationen wie z. B. dem DWD der Fall. Da der mathematische Korrektur-Aufwand aller Sensoren sehr genau sein muss, ist das für uns ungeeignet. Aber eben sehr Störungsfrei bei sehr hohen und widrigen Windgeschwindigkeiten!!!

Für die fleißigen LeserInnen hier:

Zunächst wat is Wind: Wind ist bewegte Luft mit all sein Zeug drin (Partikel, Moleküle etc.). Der Verlagerungsweg der Luftpartikel pro Zeiteinheit ist die Windgeschwindigkeit, und die Himmelsrichtung, aus der der Wind weht, die Windrichtung. Anders als andere meteorologische Parameter ist der Wind nicht nur durch eine große räumliche, sondern auch zeitliche Veränderlichkeit gekennzeichnet. Daher wird die Windgeschwindigkeit als Mittelwert eines bestimmten Zeitintervalls (10 Minuten, Stunde, Tag) und der in diesem Zeitintervall aufgetretenen höchsten Windgeschwindigkeit, der Windspitze, ausgewertet und archiviert. Und schon kommen wir zu einem sehr bekannten Phänomen an unserem See, nämlich zu Schwankungen des Windes, die um den Mittelwert als Böigkeit bezeichnet werden.

Die DWD Station misst dabei normgerecht – ja, es gibt für alles eine Norm (Richtlinien der World Meteorological Organization / WMO). Diese Wetterbeobachter habe natürlich mehr Interesse an großen Wetter-Ereignissen als an singulären Einzel-Ereignissen, wie zum Beispiel an unserem See, daher messen diese Unternehmen sozusagen im zellenartigen Verbund. Der Wind-Sensor ist in 10m Höhe angebracht von NHN 116m und dieser weit störungsfrei mit einer Rundumsichtfreiheit von fast 1km, damit also von mehr als 20m Höhen-Differenz zu unserem See. Diese Ergebnisse sind nicht mit denen Bedingungen, die an unserem See herrschen zu vergleichen (Geschwindigkeiten sind deutlich höher und Windrichtung deutlich eine andere !!!).

Reiner Rygiel